Moin
Der Gruß der Friesen breitet sich selbst im Süden aus.Der Norddeutsche gilt, zumal wenn er auf dem platten Land lebt, als eher wortkarg. Bei Gelegenheiten, zu denen andernorts langatmige Begrüßungsformeln wie "Guten Tag" oder gar "Grüß Gott" gesprochen werden, bescheiden Marschenbewohner sich mit einem einsilbigen "Moin". Da und dort zwischen Flensburg und Ostfriesland ist die Doppelvariante "Moin, Moin" geläufig. Wer sie im Munde führt, steht aber unter dem Anfangsverdacht der Geschwätzigkeit.
Praktischerweise ist "Moin" zu jeder Tageszeit einsetzbar. Ein Universalgruß. Da erübrigt sich jedes Abwägen von nicht seriös zu beantwortenden Fragen wie der, von welcher Uhrzeit an von "Guten Morgen" zu "Guten Tag" oder "Mahlzeit" übergegangen werden sollte. Womöglich hat dieser praktische Aspekt dazu beigetragen, dass "Moin" mittlerweile weit über die Grenzen des niederdeutschen Sprachraums hinaus Verbreitung gefunden und zugleich eine Art sozialen Aufstieg genommen hat. Das Wort werde überall in der Republik verstanden, gelte bei Jugendlichen in Teilen Süddeutschlands als cool, Spitzenkräfte der Gesellschaft hätten es in den aktiven Wortschatz aufgenommen, sagen Sprachforscher.