„Jesus, eine Freundschaft mit Folgen”
Pfarrer Joop Hoogervorst, Cursillopriester aus dem Bistum Hildesheim, führte uns mit Impulsen, Christusdarstellungen, Bibelworten, Musik und anregenden Fragen durch das Thema.
Schon in der Vorstellungsrunde am Freitagabend zeigte sich, dass wir, - das waren 19 Frauen und 2 Männer, mit ganz unterschiedlichen Erwartungen gekommen waren: Viele von uns kamen aus der Hektik der Vorweihnachtszeit mit dem Wunsch nach Ruhe und Besinnung, andere bedrückt von Krankheit, Kummer oder Trauer auf der Suche nach Kraft und Trost, wieder andere aus Einsamkeit mit der Sehnsucht nach Gemeinschaft und etliche beunruhigt durch die Umstrukturierung ihrer Gemeinde in Sorge um den Verlust der geistlichen Heimat. Da tat es gut, gleich zu Beginn aufgefangen zu werden mit dem schönen Choral, „Tröstet, tröstet mein Volk” aus dem Messias von Händel.
Das Thema „Freundschaft mit Jesus” stand dann am Samstag unter 3 Aspekten:
Wer ist Jesus für mich?
Jesus will Freund aller Menschen sein. Er liebt mich und hat sich für mich hingegeben. Er hat mich erlöst und seine Worte an die Jünger „Ihr seid meine Freunde” (Joh 15,14) gelten auch mir. Im Blick auf eine Christusdarstellung aus dem Bild “der Weltenrichter” bedachten wir, was Freundschaft für uns bedeutet. Freundschaft setzt Vertrauen voraus, muss gepflegt werden, erfährt Zeiten der Nähe aber auch der Entfremdung, kann Enttäuschung erleben und sogar verraten werden. Jesus hat das alles im Kreis seiner Jünger auch erfahren.
An Hand von Christusbildern alter und moderner Maler, von denen wir je eines aussuchten, gingen wir in eine lange Zeit der Stille, um uns den Fragen zu stellen:
- Wie steht es mit meiner Beziehung zu Jesus?
- Wie hat sie sich im Laufe meines Lebens entwickelt?
- Kann ich von einer Freundschaft mit Jesus sprechen, und was bedeutet das für mein Leben?
Vor dem Tabernakel in der schönen Kapelle des Ansgarhauses fand ich Antwort und tiefen Frieden.
Mit Jesus glücklich leben.
Wer sich auf die Freundschaft mit Jesus Christus einläßt, ist nicht mehr allein. Er lernt die Welt und die Menschen mit neuen Augen zu sehen. Das Leben erhält einen Sinn, er weiss sich geliebt, er kennt seine Gaben und Aufgaben. Er braucht sich und anderen nichts mehr vorzumachen. Selbst seine Fehler und Schwächen sind aufgehoben bei seinem Freund, der ihn auf den Weg der Umkehr führt. - Auch hier folgte wieder eine lange Zeit der stillen Besinnung, die auch Gelegenheit bot zu Seelsorge- oder Beichtgespräch.
Mit Jesus selig leiden und sterben.
Die Freundschaft mit Jesus bewahrt uns nicht vor Leid und Tod, wohl aber in Leid und Tod. Gott will niemals das Leid. Er gibt uns keine Antwort auf unsere Fragen warum, aber wir dürfen vertrauen, dass er weiss wozu. An Jesu Leidensweg können wir erkennen, was es heisst, mit Gott durch Leid und Tod zur Auferstehung zu gehen. Weil er selbst diesen Weg gegangen ist, will er auch uns in schweren Stunden nahe sein, gibt uns Kraft und führt uns zum Ziel. Sehr schön deutlich wurde das auch an einem Holzschnitt von Zacharias, der den Weg der Emmausjünger zeigte: aus dem Dunkel des Karfreitags über die Begleitung durch den „Fremden” bis ins Licht zum Erkennen des Auferstandenen Herrn. So wird auch aus unserem warum oft erst viel später die Erkenntnis wozu.
Ich kann sagen, ich fuhr am Sonntag reich beschenkt nach Hause und manche Gedanken begleiten mich noch bis heute. Danke! Monika Kuhnigk
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