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Tag der Begegnung 19.2.05 in St. Bonifatius, Eimsbüttel

"Elias, der lauschende Prophet."

 mit Johannes Peter Paul, der uns in das Thema einführte und Arno Scheja aus Tostedt, der für diesen Tag die Moderation übernahm, und zu unserer Freude unseren Gesang mit der Gitarre begleitete. Das Buffet war trotz der Fastenzeit ganz ausgezeichnet und als gegen 16 Uhr das Ende nahte, ging ein schöner, fröhlicher und interessanter Tag zu Ende. Einige, die keinen weiten Heimweg hatten, gingen noch zur Anbetungsstunde und zur Abendmesse.

Eine kurze Betrachtung über den Propheten Elias.

Neben Mose ist Elias einer der ganz großen Propheten des Alten Testamentes. Ein paar Worte über die Rolle des Propheten im Allgemeinen.

    Wer ist ein Prophet?
  • Jemand der sucht und gesucht wird.
  • Jemand, der zuhört und auf den gehört wird.
  • Jemand, der die Menschen sieht, wie sie sind und wie sie sein sollten.
  • Jemand, der seine Zeit widerspiegelt und doch ausserhalb der Zeit lebt.
Oft wird er verfolgt, er lebt immer in Angst. Er ist stets allein- auch in der Menge, auch dann, wenn er mit Gott oder mit sich selbst redet, wenn er die Zukunft ausmalt oder die Vergangenheit beschwört. Elias flößt Angst und Schrecken ein, denn was er prophezeit trifft ein.

Elias aus Tisbi. Die Gestalt des Propheten hat die Phantasie der Menschen zu allen Zeiten beflügelt. Durch die Jahrhunderte glauben die Juden ihm zu begegnen und in Johannes dem Täufer wird er wiedererkannt. Die Botschaft von Johannes wird sichtbar in Elias. Wie alle Propheten kämpfte auch er leidenschaftlich darum, dass Gott wahrgenommen wird und zwar als der Einzige, Wahre, Alleinige. Sein Name ist Jahwe. Für ihn kämpft er und stellt sich damit gegen sein eigenes Volk, gegen Israel und gegen Ahab den König. Er wollte den König und das Volk zu Gott hinführen, damit ist er gescheitert. Er war voller Eifer für Gott, aber er scheitert in seinem Propheten-Amt und letztlich auch gegenüber Gott.

Isebel, Ahabs Frau fordert sein Leben für die Ermordung der falschen Propheten und für die Zerstörung der Altäre, die dem Gotzen Baal geweiht waren. Um sein Leben zu retten flieht Elias in die Wüste. Ein Ginsterstrauch bietet ihm Schutz. Er aber wünscht sich den Tod. Seine Erkenntnis: „Herr nimm mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter.“ Der Herr schickt ihm einen Engel mit Brot und Wasser und der Aufforderung: „Steh auf und iss, sonst ist der Weg zu weit für dich!“ Elias tat wie ihm geheissen und wanderte gestärkt durch diese Speise 40 Tage und Nächte bis zum Gottesberg Horeb. Dort lehrt Gott ihn, dass er der ganz Andere ist. Nicht im Sturm, Erdbeben oder Feuer tritt er auf, sondern im sanften Säuseln des Windes darf Elias ihn wahrnehmen. Er erkennt, Gott kommt in zarter Stille, in unaussprechlichem Geheimnis und führt Elias und damit auch uns heraus aus unseren eingeengten Vorstellungen über ihn.

Wie Elias dürfen auch wir gewiss sein, Gott ist bei uns in unserer Stärke und in unserer Schwäche. ER ist der Leise, ER ist da. Der lebendige Gott Israels und der Gott Jesu Christi.

Brigitte Przybilla