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Vertiefungs-cursillo in Nütschau im Feb '03
Im Oktober letzten Jahres habe ich an meinem cursillo teilgenommen. Das hat mich so berührt
und erfüllt, und ich habe so viele Fragen beantwortet bekommen, dass ich die Teilnahme an
diesem Vertiefungs-cursillo im Kloster Nütschau mit großer Freude und Erwartung eingeplant hatte.
Kurz vorher stellte sich dann heraus, dass ich aus zwingenden Gründen am Freitagabend
nicht dabei sein konnte.
Da waren sie wieder, diese Grenzen, diese privaten und beruflichen Verpflichtungen und
Erwartungen, diese Alltagszwänge, die uns abhalten von dem, was uns persönlich wichtig ist.
Musste ich nun schweren Herzens meine Anmeldung ganz zurück nehmen? Kann die Cursillo - Bewegung
bzw. können die Cursillo -Mitarbeiter einen Nachzügler in ihrer Gruppe akzeptieren?
Diese Fragen gingen mir im Kopf herum, aber Heinz ermutigte mich dann, Samstag früh anzureisen.
GOTT - sei - Dank!
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Foto: Horst Appelhans
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Der Tag begann mit einer Eucharistiefeier in der kleinen Stillen Kapelle. Dieser Raum strahlt
eine ganz besondere Atmosphäre aus. Als meine Cursillo - Brüder und -Schwestern eintrafen,
von denen ich einen Teil schon kannte, fühlte ich mich - auch als Nachzügler - von allen voll
und ganz angenommen und zuhause in dieser Gemeinschaft.
Um die Gemeinschaft der Kirchen ging es dann bei den Vorträgen mit Blick auf die Gemeinden der
Urchristen, wie wir sie in den Sendschreiben der Offenbarung und in der Apostelgeschichte
erfahren können, aber auch mit Blick auf die Menschen, die bei der Bergpredigt dabei waren.
An jeden Vortrag schlossen sich an den Tischen nach bewährter Cursillo Erfahrung Gespräche an,
die das Gehörte vertieften oder auch ganz neue Aspekte einbrachten.
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Reich Gottes |
Mk 1,14-20 |
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Wir lesen, wie Jesus beginnt zu predigen und wie er seine ersten
Jünger beruft, die ohne wenn und aber alles liegen und stehen lassen um Jesus zu folgen und
Gott zu dienen.
Dabei stellen sich viele Fragen: Wo gibt es das in unserer Gemeinde? Wo wird Gemeindeleben
ausgebremst durch zu starre Strukturen, durch sich gegenseitig behindernde Verantwortlichkeiten
und Zuständigkeiten? Wie kann aktives Gemeindeleben praktiziert werden und wie kann ich zu einer
lebendigen Gemeinde beitragen? Wo erlebe ich Gottes beglückende Nähe innerhalb einer Gruppe?
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Die Gemeinde Jerusalem |
Apg 2,42-47 |
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Über die Entstehung der Kirche in Jerusalem, der Urgemeinde, lesen wir in der Apostelgeschichte,
wie die allererste Kirchengemeinde aufgebaut wurde auf vier stabilen "Brückenpfeilern"
- Die Gemeindemitglieder ließen sich von den Aposteln unterweisen
- Sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen
- Sie brachen das Brot zusammen
- Sie beteten gemeinsam
Damals war es eine winzig kleine Gemeinde, umgeben von Andersgläubigen, und es scheint
unmöglich zu sein dass sich daraus eine Weltreligion entwickeln konnte. Und doch ist es so.
Bibellehre, Liebe, gemeinsames Mahl und gemeinsames Gebet; das sind auch heute noch die vier
Pfeiler, die Gemeindeleben tragfähig machen, wenn Gottes Geist darauf ruht.
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Die Bergpredigt |
Mt 5,1-16 |
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Nachdem wir den Text gelesen hatten, stellte Heinz die Frage in den Raum:
"Wie können wir Salz der Erde sein?"
Reicht es, ein braves Christsein zu leben, das nichts wagt und nichts fragt?
Heinz legte uns ein Bild von Azaria Mbatha vor, das die Bergpredigt zeigt.
Wir mussten schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass die vielen gleich aussehenden Formen
Menschen mit gesenkten Köpfen darstellen; eine große Schar uniformierter, normgetreuer, passiver
Menschen. Oben auf dem Berg steht ein temperamentvoller, mitreißender froher als Clown
gezeichneter Mensch und scheint zu rufen:
Kommt heraus Ihr Gemaßregelten, kommt heraus aus eurem Clubdenken, aus euren stereotypen Gottesdiensten.
Salz der Erde können wir sein,
- wenn wir auf Andersartige zugehen,
- wenn wir unangepasst sind, wenn es sein muss,
- wenn wir Fragen stellen und vor allem,
- wenn wir uns selbst immer wieder von neuem hinterfragen
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Bergpredigt, Azaria Mbatha |
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Die Gemeinde von Antiochien |
Apg 11,19-26 |
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Die Gemeinde von Antiochien bildete sich aus einer Gruppe Verfolgter, die nach der Ermordung
von Stephanus aus Jerusalem geflohen war. Wie viel Mut und Unangepasstheit dem damaligen
Regime gegenüber gehörte dazu, dem Herrn treu zu bleiben, sein Zuhause zu verlassen und
gegen alle Widerstände eine Gemeinde zu gründen, die immer größer wurde.
Auch Saulus, der ehemalige Verfolger, wirkte nach seiner Bekehrung lange in Antiochien.
Hier kam zum ersten Mal die Bezeichnung "Christen" auf.
Dieser Samstag endete mit einer Ausspracherunde und geselligem Beisammensein.
Nach einer Andacht im Raum der Stille, wurde die Monstranz aufgestellt und bis Mitternacht
die Möglichkeit zur stillen Anbetung gegeben. So konnten wir auch am nächsten Morgen
ab 6 Uhr den Tag beginnen. Nach dem Morgenlob und einem guten Frühstück ging es dann am
Sonntag mit dem nächsten Vortrag weiter.
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Das prophetische als Aufgabe der Kirche |
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Wir beschäftigten uns mit der Zeichnung "Deuter" von Walter Habdank.
Dieses Bild stellt einen Menschen dar mit auffallend großen Augen, die nach innen zu sehen scheinen.
Vielleicht spricht er mit Gott wie es eine Cursillo - Regel besagt:
Sprich niemals mit einem Menschen über Gott, ohne vorher mit Gott über diesen Menschen gesprochen zu haben.
Die Augen des abgebildeten Deuters drücken gleichzeitig Liebe und Anteilnahme aus, womit die
Sorge um den anderen immer beginnt
Seine übergroßen Ohren sollen vielleicht zeigen, dass der Deuter seinem Gegenüber mit offenem
Ohr aufmerksam zuhört ohne vorschnell zu antworten. Seine Hand zeigt auf das Gegenüber, gleichzeitig
aber auch auf sich selbst. Vielleicht gibt der Deuter etwas von sich selber preis,
um dem Gegenüber zu helfen, selber Antworten zu finden.
Auf der Rückseite der Zeichnung fanden wir eine Liste von Anleitungen für prophetische
Deutungen, die sicher in der Umsetzung nicht einfach sind und die Hilfe des Heiligen Geistes
benötigen. Hilfe ist ein Credo nach Karl Rahner, ein Glaubensbekenntnis an den Heiligen Geist,
das wir ebenfalls auf der Rückseite der Zeichnung gefunden haben.
Nach diesem Vortrag feierten wir eine Eucharistiefeier mit Zuspruch des Heiligen Geistes .
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Deuter, Walter Habdank |
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Gemeinde von Korinth |
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Korinth war zu der Zeit, als die Korintherbriefe geschrieben wurden, eine große Hafenstadt,
vergleichbar vielleicht mit Hamburg; eine große Metropole mit vielen Strömungen und einer
Christengemeinde, aus der wir Parallelen ziehen können zu unserem christlichen Leben heute.
Die beiden Korintherbriefe geben uns viele Hinweise auf das Gemeindeleben.
In Kapitel 12-14 des 1. Korintherbriefes schreibt Paulus über die Fähigkeiten, die Gottes Geist
schenkt. Nicht immer sehen wir gleich, wo unsere Fähigkeiten liegen, oder wie wir sie zum
Wohl unserer Mitmenschen einsetzen können. Manchmal wird guter Wille auch vereitelt, weil
scheinbar kein Bedarf besteht für unsere Mithilfe, aber wir können wachsam und bereit sein und
uns von der Liebe bestimmen lassen.
Paulus schreibt (1.Kor.12,7) "An jedem und jeder in der Gemeinde zeigt der Heilige Geist
seine Wirkung in der Weise und mit dem Ziel, dass alle etwas davon haben."
Mit einem letzten gemeinsamen Kaffeetrinken endete dieses erfüllte Wochenende.
Ich danke Gott für diese guten Tage und für all die Menschen, mit denen ich an diesem
Vertiefungs - Cursillo zusammen sein durfte.
Regina Lösing
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