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Vertiefungstag in St. Bonifatius Eimsbüttel am 5.10.2002

Es kostete schon etwas Überwindung, sich an diesem grauen, regennassen Samstag früh aufzumachen, um quer durch Hamburg in die Gemeinde St. Bonifatius zu fahren. Aber wie reich wurden wir dort wieder beschenkt! 24 Cursillistas waren gekommen, um über das Thema "Ich will ein Segen sein" etwas zu hören, gemeinsam nachzudenken und sich auszutauschen. Frau Ursula Nielen, theologische Referentin in der pastoralen Dienststelle unseres Erzbistums, führte uns in vier gut vorbereiteten Arbeitseinheiten durch das Thema, das im Mai 2003 auch das Motto des 1. Ökumenischen Kirchentages in Berlin sein wird.

Segen als existentielle Grundlage Der Tag begann mit Bibelteilen. In kleinen Gruppen beschäftigten wir uns mit einem Text aus der Schöpfungsgeschichte (Gen 1,26 -2,3). Gott segnet alles was er geschaffen hat. Die Menschen, nach seinem Abbild als Mann und Frau erschaffen, spricht er dabei ganz persönlich an und beauftragt sie, das Leben weiterzugeben. Er überreicht ihnen die Erde mit allem was lebt, nicht um sie auszubeuten, wie wir es bis heute immer wieder tun, sondern als Nahrung, als Lebensgrundlage. Segen also die Grundlage unseres Seins aber zugleich Auftrag, mitzuwirken an der Bewahrung und Weitergabe allen Lebens.

Was bedeutet es, gesegnet zu sein? An Hand von Dias aus der Kunst und vielen biblischen Segensberichten aus dem alten und neuen Testament zeigte uns Frau Nielen, was Gottes Segen in Menschen bewirkt:

  • Neuanfang (Noahs Söhne nach der Sintflut)
  • Vertrauen und warten können (Abraham in scheinbar aussichtsloser Zukunft)
  • auch nach Schuld ist Segen wieder möglich (Jakob am Jabbock)
  • Fluch als das Gegenteil von Segen, als Gottesferne, wo sich der Mensch gegen den Menschen und die Natur stellt.
  • Auftrag, Ermutigung und Befreiung (Mose)

In Jesus wird Gottes Segen konkret, anfaßbar (Segnung der Kinder), Heilung und neues Leben entsteht, wo er Menschen berührt. Jesus starb am Kreuz, aber der Segen blieb in der Welt als spürbare Liebe Gottes, wie es im Lied heißt: "... da berühren sich Himmel und Erde".

Hand Gottes Fresko
Hand Gottes, Fresko, Spanien

Die Mittagspause, wie immer mit einem reichhaltigen bunten Büffet, bot uns wieder Gelegenheit zu Begegnung und privatem Austausch. Da wir alle recht weit auseinander wohnen, tut solch ein Wiedersehen gut und stärkt die Verbundenheit unter uns.

Am Nachmittag folgte
Wo und wie habe ich erfahren, gesegnet zu sein? Zu ausgesuchten Bildern aus einer Bilderkartei, dachten wir nach über folgenden Fragen:

  • Wo erlebe ich den Zuspruch und Segen Gottes?
  • Wo erlebe ich Spannung zwischen Fluch und Segen?
  • Auf welchem Boden gründet mein Gottvertrauen?

Nach einer Zeit der Stille teilten wir uns, wieder in der Kleingruppe, unsere Erfahrungen mit. Es war gut, voneinander zu hören, wie unterschiedlich wir Gottes Segen in unserem eigenen Lebenslauf erfahren haben.

Zuspruch und Auftrag war eine Meditation, einmal ganz anders als gewohnt, zu einem Bibelvers, den wir uns vorher aus vorbereiteten Karten ausgewählt hatten. Wir trugen unsere Kärtchen durch die Kirche mit der Frage "Welche Antwort möchte ich Gott auf sein Segensangebot geben?" Während wir gingen sprachen wir uns selbst und den anderen unseren Spruch zu - wir "bewegten" ihn in unserem Herzen und untereinander.

Ein schöner Abschluß für einen segensreichen Tag, von dem wir sicher alle viel mit nach Hause genommen haben. Ich danke allen, die durch ihre Mithilfe dazu beigetragen haben, allen voran Frau Nielen und Herrn Everdiking, der den Ablauf mit vorbereitet hatte, aber wegen Erkrankung nicht dabeisein konnte.

Monika Kuhnigk
Kathedrale
Kathedrale, Auguste Rodin, 1908